35 Jahre BABEG

Die Geschichte der BABEG

1981 gegründet, steht die Entstehungsgeschichte der BABEG im engen Zusammenhang mit den parlamentarischen Diskussionen der 1960er Jahre. Damals wurde im österreichischen Parlament Wirtschaftsförderung erstmals als Staatsaufgabe definiert.

Es war im Jänner 1980, als im österreichischen Bundesgesetzblatt eine Vereinbarung zwischen Bund und Land Kärnten veröffentlicht wurde. »Geschlossen zwischen Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) und Landeshauptmann Leopold Wagner (SPÖ), am 11. September 1979«.

Das Ziel der Vereinbarung ist die »Stärkung der Wirtschaftskraft durch die Schaffung zusätzlicher Industrie- und Gewerbebetriebe.« Die Nachteile Kärntens, die sich durch die »wirtschaftliche, kulturelle und ethnische Randlage« ergeben, sollen gemildert werden. So die Wortwahl damals. 

Ein Marshall Plan für Kärnten

Das Stammkapital von 200 Millionen Schilling stellten damals die Republik Österreich und das Bundesland Kärnten zur Verfügung, die mit je 50 Prozent an der BABEG beteiligt waren. Ein Betrag, der nur durch Mithilfe europäischer und amerikanischer Unterstützung erreicht werden konnte. Ohne internationale Förderprogramme wie das »European Recovery Program« – besser bekannt als »Marshall Plan« – wäre diese Summe nicht denkbar gewesen.

Um rasch zu agieren, wurde die Entscheidungsbefugnis über die Verwendung der Gelder dem Bundesland Kärnten übertragen. Die Kontrolle der «richtliniengemäßen Verwendung der Fördermittel« oblag dem Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr, heute bekannt als Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit).

Die Aufgabe

Die Aufgabenstellung an die BABEG wurde in einer »B-VG 15 Vereinbarung« festgeschrieben. Sie lautet seit 1979: »Förderung der Niederlassung neuer industrieller und gewerblicher Betriebe. In Betracht zu ziehen sind alle geeigneten Projekte Kärntens, soweit es sich nicht um solche des Fremdenverkehrs handelt und soweit ihre Größe nicht ein angemessenes Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeiten der Gesellschaft übersteigt.«

Die »wirtschaftliche, kulturelle und ethnische Randlage Kärntens« gibt es nicht mehr. Österreich und seine südlichen Nachbarn sind Mitglieder der »Europäischen Union«, und Kärnten von einer »Randlage« in die Mitte Europas gerückt.

Betriebsansiedlung ist mehr

In den 1990er Jahren wurde das Aufgabengebiet der BABEG erweitet und die Zusammensetzung der Geschäftsführung der BABEG verändert. Als politische Maßnahme zur »Arbeitsplatzbeschaffung« gilt ab jetzt nicht mehr allein die finanzielle Förderung der Industrie in Form von Steuererleichterung und finanziellen Zuschüssen pro geschaffenen Arbeitsplatz. Hinzu kommt die Gründung von Industrie-, Technologieparks und Gründerzentren.

In der »Grenzstadt Völkermarkt« – eine Wortwahl aus den 1980er Jahren – verzichtet man auf den Bau einer Kaserne und errichtete stattdessen einen Industriepark. Umgesetzt wurde dieser Beschluss von der »Völkermarkter Industrieparkgesellschaft«, kurz VIP. Damals eine 100 Prozent Tochtergesellschaft der BABEG.

Weiterbildung

Arbeitsplatzbeschaffung in Österreich ist nicht nur Industrieförderung, sondern auch Forschungs- und Bildungsförderung. Der Ausbau der Bildungsuniversität Klagenfurt zur Universität mit technischem Fokus zählt dazu, genauso wie die Errichtung von »Höheren Technischen Lehranstalten«, der technischen Fachhochschule und Bundesgymnasien.

Diese Grundhaltung prägt die BABEG. Sie unterstützt heute den Ausbau des außerschulischen Bildungsangebots im Bereich Naturwissenschaft und Internationalisierung. Eine Initiative, die 2016 am »Lakeside Science & Technology Park« in Klagenfurt seinen Anfang nahm.

Der »Lakeside Science & Technology Park« ist eine der Tochtergesellschaften der BABEG.

Die BABEG 2016

Die BABEG galt lange Zeit als ein »Gefäß ohne Mannschaft«. Als im Herbst 2015 die Entwicklungsagentur Kärnten aufgelöst wurde, übernahm die BABEG ein kleines Team von fünf Mitarbeitern und die Agenden der internationalen Betriebsansiedlung.

35 Jahre nach ihrer Gründung wurde der BABEG wieder jene Aufgabe übertragen, für die sie gegründet worden ist. Nämlich die Interessen Kärntens gegenüber ausländischen Investoren und internationaler Industrie zu vertreten.

Anzahl der Mitarbeiter: Sieben (Stand Oktober 2016)
Geschäftsführer der BABEG ist seit 1998 Hans Schönegger.

Hintergrundmaterial

2. Oktober 1979, Landesgesetzblatt für Kärnten, Kundmachung 82, pdf
Vereinbarung über Vorhaben im Land Kärnten, an welchen der Bund und das Land Kärnten interessiert sind.

23. Jänner 1980: Bundesgesetzblatt 38, Vereinbarung über Vorhaben im Land Kärnten, an welchen der Bund und das Land Kärnten interessiert sind, Bundesgesetzblatt Nr. 38/1980, pdf

Landschaft Wachsen Erde
Landschaft wachsen Gras